Kerncurriculum für das Hauptfachstudium Erziehungswissenschaft (Januar 2004)
Kerncurriculum für das Hauptfachstudium Erziehungswissenschaft Gliederung
1 Präambel Das Kerncurriculum Erziehungswissenschaft ist der verbindliche Mindeststandard für ein universitäres Hauptfachstudium der Erziehungswissenschaft. Das Kerncurriculum lässt Gestaltungsspielraum für die je spezifischen Profile der Universitäten und für eine individuelle Schwerpunktbildung der Studierenden. Es erleichtert zudem die Mobilität zwischen Studienstandorten sowie die Anschlussfähigkeit ergänzender und weiterbildender Studien. Angesichts der Ausdifferenzierung erziehungswissenschaftlichen Wissens und seiner Verwendungs- und Berufsbezüge ist es für die weitere Entwicklung des erziehungswissenschaftlichen Hauptfachstudiums unumgänglich, Kernbestände erziehungswissenschaftlichen Wissens und methodischen Könnens auszuweisen. Dabei geht es darum, die Verständigung über erziehungswissenschaftliche Fragen und pädagogisches Handeln aufrecht zu erhalten und zu verbessern, damit sich erziehungswissenschaftliche Theorie und Empirie sowie ihre Beziehungen zur professionellen Praxis weiterentwickeln. Das Erfordernis gemeinsamen erziehungswissenschaftlichen Wissens und methodischen Könnens wird durch Prozesse der europäischen Integration, der Internationalisierung und Globalisierung verstärkt. Sie machen es notwendig, Wissen, Methoden und Denkweisen des Faches international austauschen zu können. Dies gilt sowohl für berufliche Tätigkeiten als auch für die wissenschaftliche Kommunikation. Die ortspezifische Ausgestaltung der Studieneinheiten orientiert sich an professionellen Kompetenzen und Standards. Kompetenz umschließt einschlägige Wissensbestände, berufsethische Haltungen und Handlungsformen. Die jeweilige Konkretisierung der Studieneinheiten soll erkennen lassen, mit welchen Studienangeboten und Lernarrangements folgende Kompetenzen erworben werden können:
Das Kerncurriculum enthält keine Präferenz für bestimmte theoretische oder methodische Ansätze, in denen die zentralen Begriffe, Fragestellungen und Probleme konstituiert sind. [zurück zur Gliederung] 2 Leitende Gesichtspunkte Das erziehungswissenschaftliche Kerncurriculum wird vom grundständigen erziehungswissenschaftlichen Hauptfachstudium her definiert (Magister, Diplom, Lehramt Pädagogik in den Sekundarstufen I und II, Bachelor, Master).* Das Kerncurriculum hält das gemeinsame, disziplinorientierte und verbindliche Minimum erziehungswissenschaftlicher Studieninhalte fest. Die Studieneinheiten des Kerncurriculum zielen nicht auf eine Festschreibung von Lehrmeinungen. Es geht vielmehr um die Ermöglichung von Rede und Gegenrede über erziehungswissenschaftliche Fragen. Das Kerncurriculum erstreckt sich über alle Studienphasen. Eine Einführung in erziehungswissenschaftliche Forschungsmethoden ist für alle Studierenden obligatorisch. Im Mittelpunkt der ersten Studienphase steht die theoriegeleitete Auseinandersetzung mit pädagogischen Sachfragen. In den folgenden Studienphasen werden erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Themen sowie professionsorientierende Fragestellungen intensiviert. Das Kerncurriculum ist obligatorisch. Die Pflichtanteile der Hauptfachstudiengänge gehen darüber hinaus. Im übrigen bleiben Wahlmöglichkeiten der Studierenden und die Möglichkeit zur Profilbildung an den einzelnen Universitäten erhalten. Die vierte Studieneinheit des Kerncurriculum hat eine Brückenfunktion zu den erziehungswissenschaftlichen Spezialisierungen und den Studienrichtungen. * Zur Modularisierung der Studiengänge erfolgt eine gesonderte Empfehlung. [zurück zur Gliederung] 3 Studieneinheiten und Inhalte des Kerncurriculums Die Studieneinheiten haben einen Mindestumfang von je sechs Semesterwochenstunden. Dabei sind alle Teile mit mindestens einer Semesterwochenstunde zu berücksichtigen. Zum Kerncurriculum gehören universitär vor- und nachbereitete Erkundungspraktika im Mindestumfang von insgesamt sechs Wochen.
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