Ausschreibung Aloys-Fischer-Grundschulforschungspreis 2010
Aloys-Fischer-Grundschulforschungspreis 2010
Bewerbungen können bis zum 30. April 2010 bei der Vorsitzenden der Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe eingereicht werden:
Prof.`in Dr. M. Götz, Lehrstuhl für Grundschulforschung und Didaktik, Universität Würzburg, Wittelsbacher Platz 1, 97074 Würzburg
Email: irene.dees@uni-wuerzburg.de (Sekretariat)
Informationen zum Aloys-Fischer-Grundschulforschungspreis können Sie hier herunterladen.
Aloys-Fischer-Grundschulforschungspreis 2009
Auf der Jahrestagung der Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe an der Universität Hildesheim im September 2009 wurde zum zweiten Mal der Aloys-Fischer-Grundschulforschungspreis der Kommission verliehen.
Den Preis erhielt:
Dr. Peter Gansen, Universität Gießen, für seine Dissertation "Metaphorisches Denken von Kindern. Theoretische und empirische Studien zu einer pädagogischen Metaphorologie".
Auf der Jahrestagung der Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe an der Universität Wuppertal im September 2008 wurde zum ersten Mal der Aloys-Fischer-Grundschulforschungspreis der Kommission verliehen. Die Jury hatte sich für eine Teilung des Preises entschieden, und zwar zum einen für eine Arbeit mit empirisch-qualitativer und zum anderen für eine Arbeit mit empirisch-quantitativer Methodik. Den Preis erhielten:
Dr. Marei Fetzer, Universität Frankfurt, für ihre Dissertation „Interaktionen am Werk. Eine Interaktionstheorie fachlichen Lernens, entwickelt am Beispiel von Schreibanlässen im Mathematikunterricht der Grundschule“ und
Dr. Thilo Kleickmann, Universität Münster, für seine Dissertation „Zusammenhänge fachspezifischer Vorstellungen von Grundschullehrkräften zum Lehren und Lernen mit Fortschritten von Schülerinnen und Schülern im konzeptuellen naturwissenschaftlichen Verständnis“.
Zur Namensgebung des Preises
Aloys Fischer war von 1919 bis 1937 Lehrstuhlinhaber für Pädagogik an der Universität München und arbeitete mit den renommiertesten Erziehungswissenschaftlern dieser Zeit zusammen (Mitherausgeber der Zeitschrift „Die Erziehung“ zusammen mit W. Flitner, Th. Litt, H. Nohl und E. Spranger). Er war Mitbegründer der pädagogischen Soziologie. Als einer der ganz wenigen Universitätspädagogen seiner Zeit befasste sich Aloys Fischer mit der Schul- und Unterrichtstheorie der Grundschule sowie mit benachbarten Gebieten. Er ordnete die Konzeption der Grundschule in die Demokratiebewegung der Weimarer Zeit ein, indem er die Grundschule als ein „Symbol“ der Demokratie wertete und ihre damals umstrittene Einführung u. a. wegen der „geringen Kraft demokratischer Traditionen auf deutschem Boden“ uneingeschränkt befürwortete. In Fragen der Kindergartenpädagogik, der Schulfähigkeit und der reformpädagogischen Innovationen vertrat Fischer pädagogische Positionen, die auch heute noch Gültigkeit für aktuelle grundschulpädagogische Fragestellungen beanspruchen können. Er setzte sich sowohl für eine Ethik als Zielwissenschaft der Pädagogik als auch für eine deskriptiv-empirische Pädagogik ein.
Seine Frau Paula Fischer-Thalmann war Jüdin. Aloys Fischer stand zu seiner Frau und wurde deshalb 1937 zwangsemeritiert (Veröffentlichungsverbot, Entfernung aus der Universität). Seine Frau starb im KZ Theresienstadt. Der Aloys-Fischer-Grundschulforschungspreis soll an das erziehungswissenschaftliche/ grundschulpädagogische Werk Aloys Fischers, an seine demokratische Einstellung und an das Schicksal seiner Familie im Nationalsozialismus erinnern.