Tagungen
Die Sektion veranstaltet alle zwei Jahre eine Tagung und beteiligt sich mit Symposien und Arbeitsgruppen an dem zweijährig stattfindenden Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.
Jahrestagung 2013 Sektion Frauen- und Geschlechterforschung
der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaftin Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal & der Universität Fribourg (CH)
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Geschlecht in gesellschaftlichen Transformationsprozessen
Internationale Sektionstagung vom 2. – 4. Oktober 2013an der Bergischen Universität Wuppertal
Im Rahmen der aktuellen ökonomischen, politischen und kulturellen Transformation unserer Gesellschaft kommt in der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung insbesondere zwei Faktoren zentrale Bedeutung zu: Zum einen sind Bildung und Erziehung sowohl Motor des gesellschaftlichen Transformationsprozesses als auch ein wichtiges Feld der Einflussnahme. Dies zeigt sich z.B. im neoliberalen Umbau von Higher Education, in der Einführung neuer Governance-Modelle in der Bildungsverwaltung, in der Vereinheitlichung und Formalisierung von Bildungszielen, in der Entwicklung von Fördermodellen in der frühen Kindheit, im Brüchigwerden von Generationenverträgen oder im Bereich von Care.
Zum anderen rückt das Geschlechterverhältnis auf neue Weise in das Zentrum der Diskussion, denn traditionelle Arbeitsteilungen zwischen Mann und Frau oder an der bürgerlichen Kleinfamilie orientierte Lebensmodelle gelten zunehmend als Hemmnis für gesellschaftlichen Fortschritt. Bildungs- und Geschlechterfragen sind dabei zentrale Elemente in einer Humankapitaldebatte, die Geschlecht nicht als Strukturkategorie gesellschaftlicher Ordnung denkt, sondern als Ressource begreift, die es auszubilden und angemessen einzusetzen gilt.
Die Sektionstagung 2013 verfolgt daher die Frage, welche komplexen Wechselbeziehungen sich zwischen den aktuellen Transformationsprozessen von Geschlecht und etwaigen Neubestimmungen erziehungswissenschaftlicher Leitbegriffe, pädagogischer Handlungsfelder und Bildungsinstitutionen ausmachen lassen. Dabei wird davon ausgegangen, dass über Bildung und Geschlecht die Kerninstitutionen unserer Gesellschaft formiert werden.
Wenn das Verhältnis von Staat und Gesellschaft durch neue Akteur_innen im Feld der Pädagogik redefiniert wird, verändern sich die Sphären des Privaten und Öffentlichen und damit die Aufgaben, Inhalte und Steuerungsmechanismen von Erziehung und Bildung. So lassen sich etwa Tendenzen einer Verstaatlichung der Erziehung und einer Entstaatlichung von Bildung beobachten. Diese Grenzverschiebungen bringen die von Humboldt postulierte Trennung zwischen privater Erziehung und staatlicher Bildung -die historisch auch geschlechtlich codiert war- in eine Krise.
Die Transformationsprozesse tangieren Kernbegriffe der Erziehungswissenschaft und Gender Studies, wobei sie kein einheitliches Bild zeigen. Formen der gesellschaftlichen Öffnung gehen mit neuen Schließungen einher und führen zu einer Recodierung von traditionellen Kernkonzepten in beiden Feldern.
Inhaltlich gruppiert sich die Sektionstagung in vier Themenbereiche: 1. Geschlechterverhältnisse, 2. Institutionen, 3. Subjektivierungen, 4. Widerstand. Die Sektionstagung wird in binationaler Kooperation zwischen der Bergischen Universität Wuppertal (D) und der Universität Fribourg (CH) organisiert.
An der Planung der Sektionstagung 2013 sind beteiligt: Der Vorstand der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung der DGfE Prof. Dr. Katharina Walgenbach (Universität Wuppertal), Dr. Anna Stach (Universität Wuppertal), PD Dr. Gaja von Sychowski (Universität Duisburg-Essen), für die Bergische Universität Wuppertal Prof. Dr. Rita Casale und für die Universität Fribourg (CH) Prof. Dr. Edgar Forster.
Anmeldungen ab 1.Juni 2013.
Ausführliche Informationen finden Sie hier.
Themen der bisherigen Jahrestagungen:
2011. Paderborn: “Geschlecht wird immer mitgedacht…“ Differenzen – Diversity – Heterogenität in erziehungswissenschaftlichen Diskursen
2009. Marburg: Jugend - politische Kultur - Geschlecht
2007. Marburg: Was kommt nach der Genderforschung?
2005. Duisburg: Bildungs- und Karrierewege von Frauen Wissen - Erfahrungen – biographisches Lernen
2003. Potsdam: Weder Verklärung noch Missachtung. Wissenschaftsgeschichtlicher Rückblick - wissenschaftspolitischer Ausblick der Frauen und Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft
2001. Halle: Theorien zum Geschlechtsverhältnis
1999. Berlin: De-/Konstruktionsdebatte in der erziehungswissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung
1997. Münster: Lehren und Lernen von Frauen in der Hochschule
1995. Augsburg: Pädagogische Berufe für Frauen im Spannungsfeld von Erziehungswissenschaft und Praxis
1993. Sankelmark: Frauen bauen: Workshop für ein feministisches Curriculum
1991. Koblenz: Perspektiven in der Pädagogik durch Frauenforschung
1989. Würzburg: Weibliche Identität
1987. Bielefeld: Pädagoginnen im 20. Jahrhundert
1985. Lippoldsberg: Koedukation