Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung

Die Arbeitsschwerpunkte der Kommission liegen zum einen auf der inhaltlich-gegenstandsbezogenen, zum anderen auf der methodologischen Ebene.
Auf der inhaltlich-gegenstandsbezogenen Ebene werden theoretische Fragen von Erziehungs-, Bildungs- und Sozialisationsprozessen auf der Basis qualitativ empirischer Forschungsergebnisse thematisiert. Die biographische Orientierung bündelt eine Vielfalt von Forschungsfeldern unter dem Gesichtspunkt ihrer Relevanz für biographische Prozesse und ermöglicht zahlreiche Bezüge zu verschiedenen erziehungswissenschaftlichen Teildisziplinen. Neben dieser biographischen Orientierung richtet sich die Arbeit der Kommission zunehmend auch auf die Analyse von Lebenswelten, pädagogischen Handlungsfeldern und pädagogischen Institutionen, insbesondere im Hinblick auf die qualitative Untersuchung von Erziehungs-, Bildungs- und Sozialisationsmilieus. Die methodologische Diskussion dient der Überprüfung und Weiterentwicklung qualitativer Forschungsdesigns in der Erziehungswissenschaft (Quellenanalyse, Erhebungs- und Auswertungsverfahren, Triangulierung).

Jahrestagung der Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung 2018

Die Jahrestagung der Kommission Qualitative Bildungs- und Bioraphieforschung zum Thema "Aufbrüche, Umbrüche, Abbrüche. Qualitative Bildungs- und Biographieforschung zwischen 1978 und 2018" findet vom 19. bis 21. September 2018 an der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz statt. Den Call for Papers finden Sie hier.

Schriftenreihe der DGfE-Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung im Verlag Barbara Budrich

Die Diskussions- und Forschungsgegenstände der Kommission werden zukünftig in der "Schriftenreihe der DGfE-Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung" im Verlag Barbara Budrich veröffentlicht. Informationen zum aktuellen Band mit dem Titel "Theorien in der qualitativen Bildungsforschung - Qualitative Bildungsforschung als Theoriegenerierung" (2016, hrsg. von Robert Kreitz, Ingrid Miethe und Anja Tervooren) finden Sie hier.

Archivierung qualitativer Forschungsdaten in der Erziehungswissenschaft

Auf Einladung des Vorstands der DGfE-Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung und
des Vorstands der DGfE fanden im Dezember 2016 und im März 2017 zwei Workshops in der Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung in Berlin zum Thema der Archivierung qualitativer Forschungsdaten in der Erziehungswissenschaft statt, um gemeinsam eine Stellungnahme der DGfE zu erarbeiten.

Der erste Workshop (16.12.2016) thematisierte zunächst den Ist-Stand der Archivierung qualitativer Forschungsdaten mit dem Ziel, Positionen, Chancen und Problemstellungen zu sammeln und deren Handhabung innerhalb der erziehungswissenschaftlichen Forschung zu diskutieren. Im Workshop wurden vor allem folgende Fragen diskutiert: Welcher Datenbegriff liegt den Bestrebungen der Archivierung zugrunde? Welche Typen qualitativer Daten gibt es und welche eignen sich für die Archivierung? Zu welchem Zweck werden sie archiviert und welche unterschiedlichen Formen der (Nach-)Nutzung qualitativer Forschungsdaten gehen damit einher? Welche Schwierigkeiten und Hindernisse entstehen bei der Archivierung qualitativer Daten? Und: Wie könnte schließlich eine Infrastruktur aussehen, in der Daten archiviert und bereitgestellt werden?

Der zweite Workshop, der am 24.03.2017 stattfand, diente der Ausarbeitung der Stellungnahme, die anschließend im Vorstand der DGfE beraten und mit Änderungsvorschlägen verabschiedet wurde. Die Stellungnahme ist hier einsehbar.

Eine weiterführende Diskussion erfolgte auf einem gemeinsamen Workshop der Kommission mit dem Verbund Forschungsdaten Bildung (VFCB) zum Thema der Machbarkeit qualitativer Sekundärforschung, der am 03.11.2017 im DIPF in Frankfurt stattfand. Das Ziel dieses Workshops bestand darin, sich über Erfahrungen mit der qualitativen Sekundärforschung aus verschiedenen methodischen Perspektiven auszutauschen und die Potentiale und Grenzen dieses Ansatzes zu diskutieren. Im Ergebnis waren sich die teilnehmenden Bildungsforscher/innen und Wissenschaftler/innen einig, dass es allgemeines Interesse an einer Fortführung der Diskussionen sowie einem regelmäßigen Austausch gibt. Zukünftig sollten einzelne Themen konkreter bearbeitet werden, beispielsweise die Bestimmung von Deskriptoren für die Erschließung qualitativen Materials. Ein Deskriptor „qualitatives Interview“ sei zu allgemein. Ein weiteres mögliches Thema bezieht sich auf das Datenmanagement und die Erstellung von Datenmanagementplänen.

Bei der Diskussion um die Archivierung qualitativer Daten sollten die wissenschaftlichen Bedarfe nicht aus den Augen verloren werden: Wann ist es aus wissenschaftlicher Perspektive sinnvoll und erforderlich, Sekundäranalysen durchzuführen, wann ist es besser, Primärdaten zu erheben? Diese Frage sollte anhand wissenschaftlicher Kriterien beantwortet werden und nicht Ergebnis institutioneller oder förderpolitischer Zwänge sein. Diese Frage sollten jedoch nicht nur Primär- sondern auch Sekundärforscher beantworten.

Ein konkreter Vorschlag für einen Folgeworkshop am DIPF im Jahr 2018 besteht darin, sich mit dem vorhandenen Angebot an Datenbeständen und zugehörigen Services zu befassen: Wie sind diese derzeit organisiert? Sind die gegenwärtigen Angebote bedarfsgerecht und nutzerfreundlich?

Ein ausführliches Protokoll zum Workshop in Frankfurt finden Sie hier.

Postdok.-Netzwerk

Am 17.09.17 hat das 7. Verneztungstreffen der Postdoc-Initiative an der Universität in Chemnitz, am Vortag der Kommissionstagung, stattgefunden. Dieses Mal haben Dr. Julia Lipkina (Universität Siegen) und Dr. Christian Nerwowski (Universität, Universität Bamberg) Forschungsprojekte vorgestellt, die unter den Anwesenden im kleinen Kreis konstruktiv diskutiert wurden. Nach anschließenden Berichten aus dem Vorstand (Jun.-Prof. Dr. Christine Demmer, Universität Bielefeld) und Initiativen zu Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen von Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen (Dr. André Epp, TU Braunschweig, Dr. Christian Nerowski) haben wir den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen mit informellen Austausch ausklingen lassen.

Das Netzwerk der Postdoktorand*innen unserer Kommission trifft sich ca. zwei Mal im Jahr zum Austausch und zur Diskussion von Projekten/Projektideen/Datenmaterial. Bei Fragen oder/und Interesse an einer Beteiligung im Netzwerk, melden Sie sich gern bei christine.demmer@uni-bielefeld.de.