Schwerpunkte

Die Kommission „Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe“ wurde 1992 als „Arbeitsgruppe Grundschulforschung“ gegründet und 1999 als Kommission „Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe“ Teil der Sektion Schulpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Ziel der Gründungsmitglieder der Arbeitsgruppe war es, die Grundschulpädagogik als forschungsstarkes Fach im wissenschaftlichen Diskurs zu verankern und so die bis dato dominierenden Vorstellungen von Grundschulpädagogik als „Lehrerbildungsdisziplin“ und „Pragmatischer Unterrichtslehre“ für die Grundschule zu überwinden.  Mittlerweile gilt die Grundschulpädagogik - nicht zuletzt auch durch die kontinuierliche Arbeit der Arbeitsgruppe und der Kommission - als wichtige theoriebildend-wissenschaftliche Disziplin.

Methodologie
Die Forschungsorientierung der Kommission ist gekennzeichnet durch die Ausrichtung an der empirisch-quantitativen und an der empirisch-qualitativen Methodik sowie den Kombinationen daraus (Mixed Methods). In beiden Forschungsparadigmen überwiegt die Forschung „im Feld“, Untersuchungen in und über Grundschule und Grundschulunterricht sowie zu relevanten Übergangsbereichen. Hinzu kommen historische Forschungen, die sich bei der Arbeit mit Quellen häufig an der empirisch-qualitativen Inhaltsanalyse orientieren. Dem Grundanliegen der Kommission entspricht, dass auch theoretisch-systematische Forschung zu den unverzichtbaren Aufgabenfeldern der Grundschulforschung gehört. Alle in der Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe repräsentierten Forschungsorientierungen verbindet das Bemühen, die Theoriebildung zu Erziehung und Unterricht in der Grundschule voranzutreiben.

Tagungen
Seit 1992 hat die Kommission 23 Jahrestagungen durchgeführt (Stand 2014). Auf diesen Tagungen werden durchschnittlich 50 bis 70 empirische Forschungsprojekte präsentiert, meist nehmen 150 bis 200 Grundschulforscher/innen teil. Typische Themen der Grundschulforschung sind: Übergänge Elementar-/ Primarstufe und Primar-/ Sekundarstufe sowie entsprechende Kooperationen, Heterogenität/ Lernstandsdiagnostik/ adaptives Fördern/ Inklusion, Methoden/ Formen des Grundschulunterrichts; von den Lernbereichen waren bislang Sprachförderung, Schriftspracherwerb, Deutschdidaktik der Grundschule, Sachunterricht bevorzugte Forschungsfelder, andere Themenschwerpunkte aus den Fächern kommen dazu.

Förderung von Wissenschaftler/innen in der Qualifikationsphase 
Die Förderung der in der Kommission vertretenen Wissenschaftler/innen in der Qualifikationsphase ist ein großes Anliegen der Kommission. In die Jahrestagungen der Kommission werden regelmäßig Workshops und weitere Formate integriert, die speziell auf die Bedürfnisse der Wissenschaftler/innen in der Qualifikationsphase eingehen und von diesen z.T. selbst organisiert werden.

Aloys-Fischer-Grundschulforschungspreis
Seit mehreren Jahren verleiht die Kommission jeweils auf ihrer Jahrestagung den Aloys Fischer-Grundschulforschungspreis für ausgezeichnete Leistungen von Wissenschaftler/innen in der Qualifikationsphase. Der Preises erinnert an den Pädagogen Aloys-Fischer (1880-1937), der sich für die Akademisierung der Lehrerbildung eingesetzt, anspruchsvoll theoretisch zu Themen der Grundschulpädagogik gearbeitet hat und wegen der jüdischen Herkunft seiner Ehefrau zwangsemeritiert wurde.

Publikationen
Die Kommission publiziert auf der Grundlage der jährlichen Tagungen die Reihe „Jahrbuch Grundschulforschung“ im Springer-VS-Verlag (bisher 18 Bände). Seit 2008 geben unabhängig von der Kommission Hochschullehrer/innen der Grundschulpädagogik die peer-reviewte „Zeitschrift für Grundschulforschung – Bildung im Elementar- und Primarbereich“ heraus, die ebenfalls empirisch orientiert ist und in der die Grundschulforscher/innen vorzugsweise publizieren.

Perspektiven
Die Kommission bezieht ihr Selbstverständnis aus ihrem spezifischen und ausdifferenzierten, umfangreichen Themenkatalog und aus ihrem Anspruch an hochwertig methodisierte Forschung. Aus diesem Kontext heraus ergeben sich neue methodologische Herausforderungen, etwa bei der Begleitforschung zu innovativen Schul- und Förderkonzepten und Modellversuchen (Methoden der formativen und summativen Evaluation, prozessuale Rückmeldungen an die Beteiligten). Auch neue Entwicklungen im Theorie-Empirie-Verständnis sowie das Verhältnis von methodisierter Forschung und Aufgaben hinsichtlich der Profession stehen verstärkt im Fokus der Debatte in der Kommission.