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Vorstandswahl 2020

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung am 17.03.2020 in Köln erfolgt die Vorstandswahl 2020. Besetzt werden müssen 4 Plätze im Vorstand und das Amt der*des Vorsitzenden. Vorstandsmitglieder werden für 4 Jahre gewählt, die*der Vorsitzende für eine Amtsperiode (2 Jahre).
Der Vorsitz von Harm Kuper und die Amtszeit von Hermann Josef Abs, Ingrid Miethe, Burkhard Schäffer und Tanja Sturm enden regulär 2020. Die Amtszeit von Elke Kleinau und Christine Wiezorek dauert weitere zwei Jahre.

Informationen zur Wahl:

  • Kandidat*innen können der Geschäftsstelle bis zum 17.03.2020 unter buero@dgfe.de genannt werden.
  • Ab dem 14.02.2020 werden sich alle bis dann genannten Kandidat*innen auf der Website der DGfE und am 17.03.2020 in der Mitgliederversammlung vorstellen.
  • Wahlzeitraum: 30.03. bis 24.04.2020
  • Sowohl ordentliche als auch assoziierte Mitglieder sind stimmberechtigt.
  • Stimmberechtigt sind satzungsgemäß alle Mitglieder, die 60 Tage vor einer Wahl registriert sind.
  • Alle Mitglieder, von denen eine funktionierende Mailadresse vorliegt, stimmen per Onlinewahl ab. Die übrigen geben ihre Stimme per Briefwahl ab. Wer darüber hinaus trotz funktionierender Mailadresse per Briefwahl abstimmen will, gibt bitte bis 20.03.2020 Susan Derdula-Makowski unter buero@dgfe.de Bescheid. 
  • Die Mitglieder, die per Onlinewahl abstimmen, erhalten eine Mail des Anbieters POLYAS mit personalisierten, anonymen Zugangsdaten.
  • Die Wahl der*des Vorsitzenden und die Wahl des Vorstands erfolgen getrennt voneinander. Jedes Mitglied hat eine Stimme für die Wahl der*des Vorsitzenden und 4 Stimmen für die Wahl des Vorstands. Stimmen können nicht kumuliert werden.
  • Der Termin für die Auszählung der Briefwahlstimmen in Anwesenheit des Wahlausschusses wird noch festgelegt.
  • Das Ergebnis der Vorstandswahl 2020 wird nach Auszählung der Briefwahlstimmen bekannt gegeben.
  • Mitglieder des Wahlausschusses 2020 sind Meike Baader, Ulrike Mietzner und Werner Thole.
  • Bitte informieren Sie sich hier über die Wahlordnung.
     

Nominierte für die Wahl der*des Vorsitzenden
 

Prof. Dr. Harm Kuper

Freie Universität Berlin; Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie; Weiterbildung und Bildungsmanagement

Studium der Erziehungswissenschaft, Soziologie und Psychologie an der FUB; Abschluss als Diplom Pädagoge 1994; Promotion zum Dr. phil. an der FUB 1999; Habilitation in der Erziehungswissen-
schaft an der FUB 2003. Professor für Bildungs-
organisation und Bildungsmanagement an der Bergischen Universität Wuppertal von 2004-2006; seit 2006 Professor für Weiterbildung und Bildungsmanagement an der FUB; Vorsitz in der DGfE seit 2018.

Die Arbeit im DGfE-Vorstand der zurückliegenden zwei Jahre habe ich als eine intensive, in der Summe sehr positive Auseinandersetzung mit der Erziehungswissenschaft erlebt. Für die von mir bei der Kandidatur vor zwei Jahren getroffene Annahme, dass die Pluralität der Disziplin eine Ressource sei, habe ich viel Bestätigung gefunden. Disziplinintern trägt sie zur Dynamik in der Entwicklung und Anwendung von Theorien und Methoden bei. Im Verhältnis zu den differenzierten pädagogischen Handlungsfeldern ist sie Quelle alternativer Interpretationen von Professionalität. Zudem nimmt sie die Vielfalt der Stimmen auf, die im öffentlichen Diskurs über die Gegenstände der Erziehungswissenschaft zu vernehmen sind. Ich halte es für wichtig, in der Erziehungswissenschaft die Verbindungslinien zwischen den Positionen offen zu halten und sowohl in Binnen- als auch in Außenverhältnissen produktiv zu nutzen. Dafür würde ich mich in weiteren zwei Jahren als Vorsitzender der DGfE gerne einsetzen. Als zentrales Thema einer disziplinären Diskussion bietet sich die Forschung über Professionalität und Professionalisierung pädagogischer Berufe an. Ein weiteres besonderes Anliegen ist mir die Profilierung erziehungswissenschaftlicher Studiengänge mit Blick auf wissenschaftliche und professionelle Karrieren, weshalb ich eine Diskussion der erziehungswissenschaftlichen Kerncurricula – insbesondere über die Sektionen der DGfE – befördern möchte.

Nominierte für die Wahl von vier Vorstandsmitgliedern
(in alphabetischer Reihenfolge)
 

Prof. Dr. Rolf-Torsten Kramer

Professor für Schulpädagogik und Schulforschung, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Studium Erziehungswissenschaft; 2001 Promotion (Schulkultur und Schülerbiographie); 2010 Habilitation (Bourdieu und Bildungsungleichheit); 2011 W2 „Erziehungswissenschaft m. d. SP Schulpädagogik der Sekundarstufe I“ (Kassel); 2014 W3 „Schulpädagogik/Schulforschung“ (Halle); Schwerpunkte: praxeologische Schul- und Bildungsforschung, Lehrerbildung und Professionalisierung; Rekonstruktionsmethodologie

In der Mitarbeit im Vorstand der DGfE würde ich mich besonders für die folgenden Themen einsetzen wollen:

  • weitere Profilierung der Erziehungswissenschaft als eigenständige Wissenschaftsdisziplin über zentrale Gegenstände und spezifische Schwerpunktaufgaben in Forschung und Lehre
  • Schärfung der Bedeutung der EW für die spezifische wissenschaftliche Qualifizierung in Studiengängen als Beitrag zur Professionalisierung (z. B. soziale Arbeit, Lehrerbildung)
  • Auseinandersetzung der Disziplin mit Tendenzen der Prekarisierung und Entwertung erziehungswissenschaftlicher Studiengänge und Studienanteile (z. B. durch Seiten- und Quereinsteiger oder eine gesellschaftliche bzw. politische Abwertung von Wissenschaft; auch schon bei prominenten Plagiatsvorfällen)
  • Auseinandersetzung mit der gesellschaftspolitischen Bedeutung der Disziplin EW angesichts zunehmender Diskriminierung, Abwertung und Hetze
  • Auseinandersetzung mit und Überlegungen zu ethischen Grundsätzen der Disziplin und der einschlägigen Berufsgruppen (z. B. im Zusammenhang mit den Vorfällen zu sexualisierter Gewalt und Missbrauch, aber auch allgemeiner als Reflexion zu pädagogischer Verantwortung und zu Formen institutionalisierter Gewalt)

 

Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha

Aktuell an der Universität Tübingen, ab 1.4.2020 an der LMU München
Magisterabschluss, Promotion und Habilitation im Fach Pädagogik an der LMU München; Vertretungsprofessuren in Frankfurt und Braunschweig; DGfE-Mitglied seit 2004; seit 2012 Professur für Erziehungswissenschaft an der Universität Tübingen. Forschungsschwerpunkte: Weiterbildungsforschung, Qualität in Erwachsenenbildung und Hochschule, Medieneinsatz in Bildungskontexten, Professionalisierung

Als Erziehungswissenschaftler repräsentiert die DGfE meine Fach-Community und ich möchte über die Tätigkeit im Vorstand meinen Teil zur Entwicklung der Fachgesellschaft beitragen.
Drei Handlungsfelder sind mir dabei ein besonderes Anliegen:

Nachwuchsförderung: In den letzten Jahren hat sich hier – zumindest in Teilbereichen der Erziehungswissenschaft – viel bewegt. Mir wäre es ein Anliegen auch im Feld der Nachwuchsförderung die Vielfalt des Faches und der im Fach angelegten Wissenschaftslaufbahnen zu berücksichtigen. Dabei könnten auch Karrieren an den Grenzen von Forschung, Praxis und Politik mehr in den Blick genommen werden.

Datenreport: Seit 2008 arbeite ich regelmäßig an der Erstellung des Datenreport Erziehungswissenschaft mit und würde diese Aktivität gerne auch als Mitglied des DGfE-Vorstands fortsetzen. Wichtig ist mir, dass alle DGfE-Mitglieder Zugriff auf aktuelle Daten zu Studierenden, Personal oder Finanzierung unseres Faches haben sowie mittel- und langfristige Veränderungen in der Disziplin dokumentiert und kommuniziert werden.

CHE-Ranking: Das CHE arbeitet bei der Erstellung des Rankings in manchen Feldern eng mit dem jeweiligen Fach zusammen. Die Erziehungswissenschaft hat von dieser Möglichkeit bislang wenig Gebrauch gemacht. Gerne würde ich mich für eine deutlich bessere Anpassung des CHE-Rankings an die Strukturen und Logiken der Erziehungswissenschaft einsetzen. Ziel muss hier eine transparente und faire Abbildung der unterschiedlichen Profile erziehungswissenschaftlicher Fachbereiche sein.

 

Prof. Dr. Tanja Sturm

Professorin für Inklusion und Exklusion in Bildung, Erziehung und Sozialisation, MLU Halle-Wittenberg

An der MLU Halle-Wittenberg bin ich seit 2019 als Professorin im Arbeitsbereich Inklusion und Exklusion in Bildung, Erziehung und Sozialisation tätig, zuvor hatte ich eine Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Inklusive Bildung an der WWU Münster. Meine Forschungs- und Lehrschwerpunkte sind die Rekonstruktion von Differenzkonstruktionen und (Re)Produktion sozialer Ungleichheiten im Kontext von Schule und Unterricht; angesiedelt an der Schnittstelle von Schul- und Sonderpädagogik.

Mein Interesse an einer erneuten Kandidatur für den Vorstand der DGfE liegt in der Auseinandersetzung mit Themen und Fragestellungen, die unser Fach als wissenschaftliche Disziplin und Diskursfeld betreffen. Die Gestaltung von Diskussions- und Reflexionsanlässen zu aktuellen Themen für die Mitglieder unserer Fachgesellschaft und ihrer Diskurse sehe ich als einen wichtigen Bestandteil meiner Vorstandsarbeit an, den ich auch zukünftig sehr gerne gemeinsam mit Kolleg*innen gestalten möchte. In der kurz- und mittelfristigen Zukunft ist es mir wichtig, u.a. die Bearbeitung und Auseinandersetzung mit der Heterogenität und der Breite unseres Faches und damit verbundener Spezialisierungen aufzugreifen. Diese sollten in ihrer Bedeutung für Forschung und Lehre, für die Zusammenarbeit in der Fachgesellschaft und für die Förderung von Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen diskutiert und bearbeitet werden. Weiter ist es mir ein Anliegen, die Bedeutung von Open Science, Kooperations- und Konkurrenzverhältnissen mit weiteren Fachgesellschaften, v.a. jener, die Bildungs- und Erziehungsprozesse zum Gegenstand haben, in ihrer Bedeutung für unsere Fachgesellschaft zu diskutierten. Auch ist es mir wichtig, Positionierungen der Erziehungswissenschaft nach außen, z.B. ggü. Universitäten, der Bildungspolitik und der Öffentlichkeit gemeinsam mit Kolleg*innen zu diskutieren und zu vertreten. Die in den letzten vier Jahren begonnenen Arbeiten, wie u.a. die Schriftleitung der EW Mitteilungen und Formulierung von Empfehlungen zur Archivierung von Forschungsdaten sowie die Initiierung der Auseinandersetzung mit dem Beitrag des eigenen Fachs zu Exklusion und Marginalisierungen, die im Zusammenhang mit der Frage von Inklusion thematisch werden, motivieren meine erneute Kandidatur für den Vorstand. Zugleich steht meine Bewerbung zur Mitarbeit im Vorstand für eine personelle Kontinuität in der Vorstandsarbeit.