Sektion Sonderpädagogik

Wissenschaftspreis 2017

Für das Jahr 2017 wird der Wissenschaftspreis der Sektion Sonderpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) zum vierten Mal ausgeschrieben.
Die Ausschreibung können Sie hier herunterladen, weitere Informationen finden Sie auch auf unter diesem Link.

DGfE-Sektionstagung Sonderpädagogik | 52. Arbeitstagung der DozentInnen der Sonderpädagogik in deutschsprachigen Ländern vom 20. bis 22. September 2017

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

vom 20. bis 22. September 2017 wird unter dem Thema " Inklusion im Dialog: Fachdidaktik – Erziehungswissenschaft – Sonderpädagogik " die Jahrestagung der Sektion Sonderpädagogik der DGfE an der Technischen Universität Dresden stattfinden. Die Tagung wird in Kooperation mit der Fachdidaktik und der beruflichen Didaktik durchgeführt.
Die Keynotes werden Prof. Dr. Michael Schratz (Innsbruck) und Prof. Dr. Rolf Werning (Hannover) halten.
Tagungswebsite | Kontakt: dgfe-tagung2017@tu-dresden.de

Wir laden Sie herzlich dazu ein, sich mit vielfältigen Beiträgen an der Tagung zu beteiligen!
Als Präsentationsformate sind vorgesehen:
Einzelbeitrag (30 Minuten) | Symposium (120 Minuten) | Workshop (90 Minuten) | Poster
Call for Papers | Einreichung von Beiträgen: dgfe-tagung2017@tu-dresden.de | Deadline: 31. März 2017

Wir freuen uns auf Sie alle!
Prof. Dr. Anke Langner, Prof. Dr. Manuela Niethammer, Prof. Dr. Rolf Koerber & Prof. Dr. Marcus Schütte

Publikation einer Dissertation im Fach Sonderpädagogik/Inklusive Pädagogik im Rahmen der Buchreihe „Perspektiven sonderpädagogischer Forschung“

Ab 2014 richtet die DGfE-Sektion Sonderpädagogik im Klinkhardt-Verlag eine Buchreihe ein, die vom jeweils amtierenden Vorstand verantwortet wird. Die Reihe trägt den Titel: „Perspektiven sonderpädagogischer Forschung“
und veröffentlicht nach einem Begutachtungsverfahren Dissertationsschriften, Habilitationsschriften sowie Forschungsarbeiten, die den Umfang eines Buches erreichen.
Die Reihe unterstützt damit nachhaltig die wissenschaftliche Weiterentwicklung des Faches bei gleichzeitiger Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Eigenbewerbungen sind ausdrücklich erwünscht.

Pro Jahr erscheint mindestens ein Band – Einreichungen von Manuskripten sind jederzeit möglich.
Bewerber_innen werden gebeten, die gesamte Arbeit, ein Exposé, ein Zeugnis, aus dem die Benotung hervorgeht, sowie (soweit zugänglich) vorliegende Gutachten aus dem jeweiligen Qualifikationsverfahren (Promotion, Habilitation) in elektronischer Form bei der/dem Vorsitzenden der DGfE-Sektion Sonderpädagogik einzureichen. Die Dissertationsschrift muss mindestens mit der Note „magna cum laude“ („sehr gut“) bewertet worden sein.

Der Vorstand zieht zur Beratung über die Einreichungen zwei weitere Personen hinzu, von denen eine dem wissenschaftlichen Nachwuchs angehören sollte. Die ausgewählten Arbeiten werden i.d.R. innerhalb von 12 Monaten nach Einreichung kostenfrei im Klinkhardt-Verlag erscheinen – Voraussetzung dafür ist eine nach Verlagsvorgaben angefertigte fehlerfreie Druckvorlage durch den/die Autor_in.

Der Vorsitzende der DGfE-Sektion Sonderpädagogik
Prof. Dr. Christian Lindmeier
Universität Koblenz-Landau
Institut für Sonderpädagogik
Xylanderstr.1
D-76829 Landau
lindmeier@uni-landau.de
Ausschreibung als .pdf herunterladen

Stellungnahme der Sektion Sonderpädagogik der DGfE zur KMK-Empfehlung - Umsetzung der Behindertenrechtskonvention

Die Empfehlung der KMK finden Sie unter http://www.kmk.org/bildung-schule/allgemeine-bildung/sonderpaedagogische-foerderung.html oder hier als pdf-Datei http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/Bildung/AllgBildung/Anhoerungstext-Entwurf-2010-12-03-205-AK.pdf.

Aus der Ratifizierung der UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderungen ergibt sich ein klarer Auftrag zur Umsetzung des Rechtes auf wohnortnahe inklusive Erziehung und Bildung in Schulen. Um das Recht auf Bildung, wie es bereits in der Erklärung der allgemeinen Menschrechte von 1948 verbrieft wurde, für alle Kinder wirksam umzusetzen, gibt die UN-Behindertenrechtskonvention die Umstellung auf ein inklusives Erziehungs- und Bildungssystem vor und verknüpft dies mit dem Recht auf soziale Inklusion. Soll diese menschenrechtliche Verpflichtung nun im politischen Umsetzungsprozess und in der Gesetzgebung der Bundesländer nicht verwässert oder gar unterlaufen werden, so kann die KMK hier eine Schlüsselstellung einnehmen. Die Umsetzungsempfehlungen der KMK führen bei den Mitgliedern der Sektion Sonderpädagogik der DGfE allerdings zu dem Eindruck, dass hier mehr Klarheit und Eindeutigkeit dem Prozess dienlicher wäre.

Unsere Feststellungen in Stichworten / Thesen: Ein wichtiger inhaltlicher Bezugsrahmen der UN-Konvention ist das Recht auf Bildung (UN 1948), einen bildungspolitischen Anhaltspunkt zum Verständnis der Konvention bieten u. a. die Guidelines for inclusion (UNESCO 2009). Die Konvention verpflichtet zur Umstellung auf ein inklusives Erziehungs- und Bildungssystem als ein unteilbares Recht für alle Kinder und auf allen Ebenen – die Konvention kennt hier keine Ausnahmen. Eine „Pluralisierung der Förderorte“ (S. 1) ist hiermit folglich nicht vereinbar. Auch eine „Ausweitung“ und „Weiterentwicklung“ (S. 3) unter Beibehaltung von Sonderinstitutionen (S. 18) kommt einer unzureichenden Umsetzung der Konvention gleich. Die Verpflichtung zur Umstellung auf ein inklusives Erziehungs- und Bildungssystem gilt in förderalen Systemen in allen Landesteilen gleichermaßen. Länderdifferenzierte Entwicklungen ohne klare Rahmenverpflichtungen unterlaufen diesen Teil der Konvention. Wird die Entscheidung für oder gegen die Erhaltung von Sonderschulen in die einzelnen Bundesländer verlagert, so widerspricht dies der Konvention. Die notwendige Umstellung auf ein inklusives Erziehungs- und Bildungssystem erfordert ein koordiniertes, planvolles Vorgehen und klare zeitliche Verpflichtungen. (Dies gilt für die Veränderungen der Schulgesetze und Lehrerbildungsgesetze ebenso wie für die Anpassung der schulorganisatorischen Strukturen und der didaktisch-methodischen Konzepte.) Der Konvention gemäß sind die personellen und sächlichen Ressourcen zur angemessenen Unterstützung konsequent im allgemeinbildenden Erziehungs- und Bildungssystem zur Verfügung zu stellen. Eine Unterstützung von Kindern „unabhängig vom Lernort“ (S. 4) ist ebenso wenig wie eine Anbindung von Ressourcen an Sonderinstitutionen mit der Konvention vereinbar. Diagnostische Maßnahmen sollten vielmehr von der Zielvorgabe der individuumsbezogenen Zuweisungsdiagnostik entlastet und weiterentwickelt werden in Richtung einer systemisch orientierten Identifizierung von „angemessenen Vorkehrungen“ in den Regelinstitutionen. Lehrkräfte müssen prinzipiell für die professionelle Umsetzung inklusiven Unterrichts und entsprechender Diagnostik qualifiziert werden, eine bloße „Addition“ von allgemeiner Qualifikation und Praxis mit der im Sondersystem entwickelten sonderpädagogischen Qualifizierung und Praxis (S. 23) greift zu kurz.  Um eine hohe inklusive Bildungsqualität zu erreichen, ist eine Ausbildung mit Blick auf die Berücksichtigung heterogener Lernausgangslagen und individueller Unterstützungsnotwendigkeiten in allen Lehramtsstudiengängen unerlässlich. Konkrete Empfehlungen zur Umstellung der universitären Ausbildung auf die Qualifizierung für das Berufsfeld inklusive Schule sind notwendig.  Die Lehrerbildungsgesetze der Länder sind hieran anzugleichen.

Die positive Wirksamkeit integrativer / inklusiver Organisationsformen schulischer Bildung ist belegt, entsprechende Konzepte liegen vor. Dieser Forschungsstand zur integrativen und inklusiven Beschulung sollte Berücksichtigung finden. Forschung zur Weiterentwicklung der schulischen Integration und Inklusion sollte gezielt unterstützt werden.

Download der Stellungnahme als pdf-Datei