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Vorstandswahl 2022

Ergebnis der Vorstandswahl

Bericht des Wahlausschusses zu den Wahlen der Vorsitzenden und der turnusmäßig zu wählenden Vorstandsmitglieder der DGfE

  1. Die Mitglieder des Wahlausschusses Prof.in Dr. Meike Sophia Baader, Prof.in Dr. Mandy Singer-Brodowski und Prof. Dr. Werner Thole (nachfolgend Wahlausschuss) halten auf Basis der Wahldokumentation einstimmig fest, dass sowohl die Onlinewahl wie auch die ergänzende Briefwahl nachvollziehbar und sachgerecht durchgeführt wurden. Allen Mitgliedern wurden die Wahlunterlagen und damit die Zugangsdaten, um am Onlinewahlverfahren teilzunehmen, rechtzeitig zugesandt. Ebenso erhielten alle Mitglieder, die nicht über entsprechende technische Möglichkeiten verfügen oder deren e-mail-Adressen nicht vorlagen, die Wahlunterlagen fristgerecht brieflich zugesandt.
  2. Das vorliegende Mitgliederverzeichnis weist insgesamt 4.205 Mitglieder, davon 4.146 wahlberechtigte Mitglieder, die seit mindestens 60 Tagen Mitglied der DGfE sind, aus.
  3. Die Wahlen fanden nachvollziehbar dokumentiert in dem Zeitfenster zwischen dem 28.03.2022 und dem 24.04.2022 statt.
  4. An dem Onlinewahlverfahren nahmen insgesamt 1.248 und an dem Briefwahlverfahren 38 wahlberechtigte Mitglieder teil. Insgesamt haben sich 1.286 Mitlieder beteiligt, davon 3 Fördermitglieder mit jeweils 3 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag insgesamt bei 30,58 %.
  5. Von den an der Wahl der Vorsitzenden Teilnehmenden stimmten insgesamt für Prof.in Dr. Anja Tervooren mit ja 1.149 Personen. Mit nein stimmten 42 Personen, 95 enthielten sich. Damit erhielt Prof.in Dr. Anja Tervooren die erforderliche Stimmenzahl und ist zur Vorsitzenden der Gesellschaft für die Amtsperiode 2022 bis 2024 gewählt.
  6. Bei der Wahl für die zwei zu besetzenden Vorstandssitze verteilten sich die Stimmen insgesamt auf die alphabetisch gelisteten Kandidat*innen wie folgt:
    Kleinau: 996
    Wiezorek: 1.049
    Der Wahlausschuss stellt fest, dass aufgrund der Stimmenverteilung somit
    Prof.in Dr. Christine Wiezorek
    Prof.in Dr. Elke Kleinau
    für vier Jahre in den Vorstand der DGfE gewählt wurden.
  7. Der Wahlausschuss empfiehlt dem Vorstand und der Geschäftsführung der DGfE, das Wahlergebnis am 2. Mai 2022 zu veröffentlichen.

Berlin, 29. April 2022
Meike Sophia Baader, Mandy Singer-Brodowski und Werner Thole

Nominierte für die Wahl der*des Vorsitzenden
 

Prof. Dr. Anja Tervooren

Professorin für Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Kindheits-forschung an der Universität Duisburg-Essen

Erziehung und Bildung von Theorien der Differenz ausgehend sowohl theoretisch als auch mit qualitativen Methoden zu erarbeiten, steht im Mittelpunkt meiner Forschung und Lehre. Nach einer Dissertation zur Geschlechterforschung in der Pädagogischen Anthropologie und Publikationen zu den Disability Studies folgten Arbeiten zum Thema Kindheit, Körper und Normalisierung sowie zu Fragen der Methodologie qualitativer Bildungsforschung und von Inklusion in der Lehrer*innenbildung.

Ich verbinde mit meiner Kandidatur für den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft das zentrale Ziel, daran mitzuarbeiten, die Konturen der Disziplin im Kontext der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Debatten weiter zu schärfen und disziplinäre, aber auch interdisziplinäre Debatten um die sich abzeichnende wieder zunehmende Bedeutung des Erziehungsbegriffs voranzubringen. Dazu gehört auch die Frage nach der Rolle der Allgemeinen Erziehungswissenschaft innerhalb der Disziplin, sowohl in der Forschung als auch in der Lehre. Als ehemalige Vorsitzende der Sektion Allgemeine Erziehungswissenschaft sowie der Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung stehen für mich die Fragen nach den zentralen erziehungswissenschaftlichen Begriffen, etwa dem der Sorge, und die mit ihnen verbundene Gegenstandskonstruktion stets auf der Agenda. Als Kindheits- und Jugendforscherin, die theoretisch und mit qualitativen Methoden vor dem Hintergrund von Differenztheorien und der genauen Analyse gesellschaftlicher Bedingungen bezogen auf verschiedene Bildungsinstitutionen forscht, sind meine Arbeitsgebiete dabei immer schon in verschiedenen Sektionen und Kommissionen aufgehoben. Den Austausch zwischen den unterschiedlichen Kommissionen und Sektionen weiter zu fördern und deren verschiedenen Perspektiven in eine produktive Spannung zu bringen, ist mir vor diesem Hintergrund ein wichtiges Anliegen.
Außerdem betrachte ich es zum jetzigen Zeitpunkt als eine bedeutsame Aufgabe der Vorstandsarbeit, das Kerncurriculum Erziehungswissenschaft, das vor fast zwei Jahrzehnten veröffentlicht wurde, vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten um Inklusion zu betrachten und gegebenenfalls zu reformulieren.

Nominierte für die Wahl von zwei Vorstandsmitgliedern
 

Prof. Dr. Elke Kleinau

Universität zu Köln (UzK), Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften

Studium an der Universität Bielefeld, Diplom (1979) Promotion (1985), Habilitation (1994) im Bereich der Historischen Bildungsforschung/Frauen- & Geschlechtergeschichte. Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung, Diskriminierungserfahrungen & Bewältigungs-strategien von Children Born of War nach dem II. Weltkrieg, Nationalitäts- und Fremdheitskonstruktionen, Kulturtransfer & Bildungsprozesse in Reiseberichten sowie sexuelle Bildung.

In der Wahlperiode 2018 bis 2022 war die Aufarbeitung des Umgangs der DGfE mit sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen ein Schwerpunkt meiner Vorstandsarbeit. Im Januar 2022 hat der Vorstand einen Aufarbeitungsauftrag an zwei externe, unabhängige Wissenschaftler*innen vergeben. Diesen Prozess – erste Ergebnisse sind Ende 2022 zu erwarten – möchte ich gern weiter begleiten, zum einen als direkte Ansprechpartnerin des Vorstands für das Aufarbeitungsteam, zum anderen muss der disziplininterne Klärungsprozess weitergeführt werden. Im Vorstand, in den Sektionen & Kommissionen muss diskutiert werden, welche Konsequenzen aus dem Ergebnisbericht zu ziehen sind. Muss bspw. der Ethikkodex, der Mitglieder der DGfE zu guter wissenschaftlicher Praxis verpflichtet, erweitert werden? Macht die fehlende strukturelle Verankerung von Grundlagenwissen über sexualisierte Gewalt und deren Folgen eine Revision des Kerncurriculums Erziehungswissenschaft notwendig?
Nach wie vor gilt mein Interesse der Förderung von Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen. Die Prekarität wissenschaftlicher Laufbahnen und welche Positionierung die DGfE dazu einnimmt, wird in der nächsten Wahlperiode ein wichtiges Thema sein, dem sich der Vorstand im Austausch mit den Sektionen & Kommissionen stellen wird. In der Diskussion mit jüngeren Wissenschaftler*innen geht es mir vor allem um die Vermittlung eines kritischen Blicks auf universitäre Strukturen, den Ablauf von bildungs- und hochschulpolitischen Entscheidungsprozessen sowie die Herstellung und/oder Bewahrung von Handlungsfähigkeit.

Prof. Dr. Christine Wiezorek

Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Pädagogik des Jugendalters an der Justus-Liebig-Universität Gießen

Studium der Erziehungswissenschaft im Schwerpunkt Sozialpädagogik an der FU Berlin und Abschluss als Dipl.-Päd. 1996; Promotion 2003; Habilitation 2012; Professorin an der Universität Gießen seit 2013; seit 2018 Mitglied des Vorstands der DGfE; Arbeitsschwerpunkte: Jugendforschung, außerschulische Bildung und Kooperation von Jugendhilfe und Schule, Familienbilder von Pädagog:innen, qualitative Sozialisations- und Bildungsforschung

Mein Interesse an einer erneuten Kandidatur für den Vorstand der DGfE liegt in den Themen und Schwerpunktsetzungen der gemeinsamen Vorstandsarbeit der letzten Jahre begründet, so z.B. in Bezug auf die Archivierung und Sekundärnutzung von Forschungsdaten, die Aufarbeitung des Umgangs der DGfE mit sexualisierter Gewalt oder die Frage nach der sog. staatlichen Anerkennung für Absolvent:innen universitärer erziehungswissenschaftlicher Studiengänge, die in sozialpädagogische Handlungsfelder einmünden. Hier will ich die in den letzten vier Jahren gemeinsam von Sektionen, Kommissionen und Vorstand angestoßenen fachpolitischen Prozesse noch ein Stück weiter begleiten. Dazu gehört auch die Beförderung sektionsübergreifender Dialoge und die gemeinsame Arbeit an Querschnittsthemen, die sich auf das Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung und dessen erziehungswissenschaftliche Perspektivierung beziehen. Daneben ist die Förderung von Wissenschaftler:innen in Qualifizierungsphasen ein Aufgabenbereich, dem ich mich im Vorstand der DGfE auch in den kommenden Jahren widmen will. Neben der Organisation der Summer School der DGfE würde ich mich gern weiter dafür einsetzen, den Austausch über die Bedingungen wissenschaftlicher Qualifizierung im Rahmen unterschiedlichster Beschäftigungs- und Fördermöglichkeiten in der DGfE voranzutreiben, zu dem Formen der Karriereberatung wie auch die Diskussion um die Ausgestaltung von Beschäftigungsverhältnissen gehört.