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Arbeitsgemeinschaft Inklusionsforschung

Auf Antrag einer Gruppe von Erziehungswissenschaftlerinnen und Erziehungswissenschaftlern unterschiedlicher Sektionen und Kommissionen unserer Fachgesellschaft hat der Vorstand der DGfE auf seiner Sitzung vom 03./04.11.2016 eine Arbeitsgemeinschaft Inklusionsforschung für die Dauer von zunächst drei Jahren eingerichtet. Im November 2019 wurde die AG Inklusionsforschung durch den Vorstand der DGfE um weitere vier Jahre, bis 2023, verlängert.
Die Arbeitsgemeinschaft Inklusionsforschung hat als Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem über die teildisziplinären Grenzen und ihrer Organisation in Form von Sektionen und Kommissionen innerhalb der DGfE hinweg die Bedeutung von Inklusion in Forschung und Lehre, aufbauend auf den bisherigen Erkenntnissen und Wissensbeständen der Sektionen und Kommissionen, diskutiert werden kann.

In der ersten Phase der AG Inklusionsforschung (2017-2019) fanden unter anderem drei Arbeitstagungen statt – mit den Titeln „Differenz als Fokus der Inklusionsforschung“ (Universität zu Köln – 2017), „Erziehungswissenschaftliche Inklusionsforschung. Norm – Behinderung – Gerechtigkeit“ (Europa-Universität-Flensburg – 2018) und „Inklusionsforschung zwischen Normativität und Empirie“ (Pädagogische Hochschule Freiburg – 2019). Daraus sind die folgenden Publikationen entstanden:

  • Budde, Jürgen; Dlugosch, Andrea; Herzmann, Petra; Rosen, Lisa; Panagiotopoulou, Julie A.; Sturm, Tanja; Wagner-Willi, Monika (Hg.) (2019): Inklusionsforschung im Spannungsfeld von Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik. Schriftenreihe der AG Inklusionsforschung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). Opladen: Verlag Barbara Budrich.
  • Bräu, Karin; Budde, Jürgen; Köpfer, Andreas & Rosen, Lisa (Hg.) (2019): Erziehungswissenschaftliche Inklusionsforschung. Norm – Behinderung – Gerechtigkeit. Zeitschrift für Inklusion, Themenheft 2/2019.
  • Fritzsche, Bettina; Köpfer, Andreas; Wagner-Willi, Monika; Böhmer, Anselm; Nitschmann, Hannah; Rott-Fournier, Charlotte; Weitkämper, Florian (Hg.) (2020, im Ersch.): Inklusionsforschung zwischen Normativität und Empirie – Abgrenzungen und Brückenschläge. Opladen: Verlag Barbara Budrich.

In der Folgephase findet die 4. Arbeitstagung der AG Inklusionsforschung der DGfE unter dem Titel „Erziehungswissenschaftliche Grundbegriffe im Spiegel der Inklusion(sforschung)“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wurde die ursprünglich für 2020 geplante Tagung auf 24.-26. Juni 2021 verschoben (Informationen zu Call for Papers, Programm und Anmeldung folgen zu gegebener Zeit).
Die AG Inklusionsforschung stellt sich für eine zweite Phase folgende Ziele:

  1. Inhaltliche Vertiefung des theoretischen und empirischen Austauschs erziehungswissen-schaftlicher Inklusionsforschung
  2. Auseinandersetzung zu Fragen von Inklusion als Thema der Lehre – Förderung/Initiierung der Diskussion zur Entwicklung eines Kerncurriculums
  3. Entwicklung eines Konzeptes für die Verankerung des Themas Inklusion in der DGfE

In der ersten Phase der AG Inklusionsforschung waren die Initiant*innen Prof. Dr. Jürgen Budde, Prof. Dr. Andrea Dlugosch, Prof. Dr. Petra Herzmann, Prof. Dr. Argyro Panagiotopoulou, Prof. Dr. Lisa Rosen, Prof. Dr. Tanja Sturm und Dr. Monika Wagner-Willi an der Arbeit in und Koordination der Arbeitsgemeinschaft beteiligt.
In der zweiten Phase der AG Inklusionsforschung sind dies Dr. Nicole Balzer (Universität Münster), Prof. Dr. Karin Bräu (Universität Mainz), Prof. Dr. Jürgen Budde (Europa-Universität Flensburg), Prof. Dr. Anja Hackbarth (Universität Mainz), Prof. Dr. Andreas Köpfer (Pädagogische Hochschule Freiburg), Prof. Dr. Argyro Panagiotopoulou (Universität zu Köln), Prof. Dr. Lisa Rosen (Universität zu Köln), Prof. Dr. Tanja Sturm (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg).
Prof. Dr. Andreas Köpfer | andreas.koepfer@ph-freiburg.de (Pädagogische Hochschule Freiburg) und Prof. Dr. Lisa Rosen | lisa.rosen@uni-koeln.de (Universität zu Köln) fungieren als Ansprechpartner/in für Fragen zur Arbeitsgemeinschaft.

Inklusion: Bedeutung und Aufgabe für die Erziehungswissenschaft
Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft

Die verstärkte öffentliche wie fachliche Diskussion um Inklusion, die wesentlich unter Verweis auf die UN-Behindertenrechtskonvention geführt wird, basiert auf der menschenrechtlichen Perspektive universeller Anerkennung von Diversität, die in der Gewährleistung von Rechtsgleichheit und Nicht-Diskriminierung materialisiert werden soll. Die damit verbundenen Anfragen an die bisherige pädagogische Praxis, die bildungspolitischen Rahmenbedingungen und die erziehungswissenschaftliche Theoriebildung in Forschung und Lehre stehen auf der Agenda der kommenden Jahre. Die Erziehungswissenschaft kann in diese Debatten eine weitgefächerte Expertise einbringen und dabei auf umfangreiche Auseinandersetzungen mit Fragen von Behinderung und Benachteiligung, sozialer Ungleichheit, Diversity und Heterogenität aus den sonder- und integrations- bzw. inklusionspädagogischen Diskussionen der letzten Jahre zurückgreifen, aber auch auf Beiträge aus der Allgemeinen Erziehungswissenschaft, der Frauen- und Geschlechterforschung, der Interkul-turellen Pädagogik, der empirischen Bildungsforschung und vielen anderen Teildisziplinen. Zugleich besteht aber auch noch erheblicher Bedarf an weiterführender Forschung, Theoriebildung und der Entwicklung von Konzepten für die pädagogische Praxis. Als Forschungs- wie als Ausbildungsdisziplin steht die Erziehungswissenschaft vor der Aufgabe, sich den mit Inklusion verbundenen Herausforderungen zu stellen und aus wissenschaftlicher Perspektive Stellung zu den bildungspolitischen, konzeptionellen und praktischen Fragen zu beziehen, die sich im Kontext von Inklusion stellen. Als notwendig erscheint dabei zum einen die begriffliche Klärung und Vergewisserung darüber, was in welchem Kontext jeweils unter Inklusion zu verstehen ist und welche normativen Vorstellungen dem jeweiligen Verständnis zugrunde liegen. Im Blick auf die erforderliche bildungs- und sozialpolitische Verständigung ist es zum anderen erforderlich, die strukturellen Rahmenbedingungen und den gesellschaftlichen Kontext der Bemühungen um Inklusion in die Reflexionen einzubeziehen.

Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) eine Kommission aus Expertinnen und Experten einberufen und mit der Erarbeitung einer Stellungnahme beauftragt, die hiermit veröffentlicht wird. Lesen Sie hier die Stellungnahme.