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Räume für Bildung. Räume der Bildung - Call for Papers für den 25. Kongress der DGfE

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Bildung braucht Raum. Kindertageseinrichtungen, Schulen, Berufs- und Hochschulen sind ebenso wie Kinder- und Jugendhäuser, Volkshochschulen, Kultur- und Stadtteilzentren, Familien und soziale Netzwerke Orte der Bildung. Um ihre Wirkung hinsichtlich der Vermittlung von Wissen und Können, der Erziehung, der Hilfe und Unterstützung entfalten zu können, benötigt Bildung einen prominenten Platz in der Gesellschaft. Räume für Bildung fordert einen solchen gesellschaftlichen Platz mit seinen sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Aspekten. In modernen, komplexen und zunehmend global vernetzten und gleichzeitig ökologisch herausgeforderten Gesellschaften schränken soziale Ungleichheiten und die damit verbundenen Ungerechtigkeiten die Chancen ein, auf die materiellen, sozialen und kulturellen Ressourcen der Gesellschaft zugreifen zu können. Die den Subjekten jeweils gegebenen Möglichkeiten, Räume für Bildung zu finden und zu nutzen, potenzieren oder begrenzen die Teilhabechancen am gesellschaftlichen Leben.

Bildung nutzt Räume. Die räumliche Ordnung von Bildungseinrichtungen in ihrer physischen und sozialen Dimension schließt Optionen der Wahrnehmung und des Handelns ein oder aus. Sie trägt zu stabilen Ordnungen und Mobilität,
zu Teilhabe beziehungsweise Inklusion und Ausschließung bei, ermöglicht Zugehörigkeiten und Beziehungen, soziale Positionen und Rollen sowie gesellschaftliche Praxen. Räume der Bildung sind zunehmend virtuell und translokal, vermitteln aber auch soziale, körperliche und sinnliche Erfahrung. Geschlechtliche, soziale und kulturelle Identitäten, Selbstverständnisse und Selbstwirksamkeiten, generationale und milieuspezifische Ordnungen spiegeln und erzeugen sich auch in Räumen der Bildung. Insofern sind sie zwar gestaltbar, verfestigen aber ebenso soziale Ungleichheiten.

Das Kongressthema Räume für Bildung. Räume der Bildung nimmt den gesellschaftlichen Raum, der Bildung gewährt oder entzogen wird, ebenso in den Blick wie die physischen und sozialen Räume, in denen Bildung stattfindet. Ermöglicht werden soll die Diskussion von Fragen einer optimalen Modulation von Kulturen der Bildung und Erziehung ebenso wie der Bedeutung sozialräumlicher Strukturen und Bedingungen für die Gestaltung institutionalisierter, öffentlicher Bildung und Erziehung. Unterschiedliche erziehungswissenschaftliche Fragestellungen können unter Rückgriff auf theoretische und empirische Wissensbestände und mit Bezug auf verschiedene, quantitative und qualitativ-rekonstruktive Forschungsmethoden diskutiert werden. Aufgerufen sind Fragen sowohl nach der aktuellen Analyse vorfindbarer als auch nach der Gestaltung künftiger pädagogischer Räume. Die Theorie wie Empirie der Räume für Bildung erfordert die Analyse der Wirksamkeit vorhandener Versuche, Benachteiligung zu reduzieren, und provoziert die Frage, welche (Spiel-)Räume für Bildung einen substanziellen Beitrag zu mehr gesellschaftlicher Gerechtigkeit leisten könnten und wie sie dazu gestaltet werden sollten. Räume der Bildung thematisiert die Beschaffenheit sozialer und physischer Bildungsräume und deren Wahrnehmung und Wirkung.

Unter dem Titel Räume für Bildung. Räume der Bildung sollen auf dem 25. Kongress der DGfE in Kassel neben den genannten Gesichtspunkten Entwicklungen in den verschiedenen Forschungs- und Theoriefeldern der Erziehungswissenschaft insbesondere unter vier Aspekten betrachtet werden:

  • theoretische Bedeutung und Dimensionierung der Kategorie Raum für die Erziehungswissenschaft.
  • empirische Untersuchungen der Relevanz des Raumes für die Subjekte, für die Gestaltung von Bildung an unterschiedlichen Orten sowie zur Dimensionierung des »Raums als Erzieher«.
  • historische wie aktuelle Vermessungen gesellschaftlicher Räume von Bildung, ihrer Potenziale sowie der materiellen, symbolischen und sozialen Möglichkeiten bzw. Grenzen, Bildung und Erziehung zu gestalten.
  • Be- und Entgrenzungen, Standardisierungen und Destandardisierungen der Orte von Bildung sowie Analysen der Überlappungen und Übergänge zwischen unterschiedlichen Bildungsräumen.

Stellenmarkt Bildung und Tagungskalender des Deutschen Bildungsservers

Sie finden den Stellenmarkt Bildung unter http://www.bildungsserver.de/jobboerse/. Stellenangebote und -gesuche können Sie HIER in Kooperation mit der DGfE auf dem Deutschen Bildungsserver veröffentlichen. 

Den Veranstaltungskalender finden Sie auf der Seite http://www.bildungsserver.de/termine/dgfe/ des Deutschen Bildungsservers. Ihre Tagung können Sie HIER veröffentlichen. 

Erklärung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) angesichts der aktuellen Diffamierungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Feld der Sexualforschung und Sexualpädagogik

Seit einigen Wochen werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler medial zum Teil massiv diskreditiert und diffamiert. Anlass ist ihre wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Themen der Geschlechterforschung oder der Sexualpädagogik. Diese Entwicklung beobachten wir als Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) mit allergrößter Sorge. Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik sind unbedingt notwendige Felder in Wissenschaft und pädagogischer Praxis, die gerade auch streitbare Positionen zulassen müssen.

Ebenso wie die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), die Fachgesellschaft Gender Studies, die Gesellschaft für Sexualpädagogik, die DGfE-Sektion Frauen- und Geschlechterforschung und viele andere verurteilt der Vorstand der DGfE derartige Angriffe.

Die DGfE erklärt sich ausdrücklich solidarisch mit den Fachkolleginnen und -kollegen, die sich den Angriffen ausgesetzt sehen. Derartige diffamierende Kampagnen blockieren nicht nur die demokratische Debatte, sondern behindern auch die dringend notwendige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Themen der Sexualforschung und Sexualpädagogik.

Berlin, Juli 2014
Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE)