Aktuelle Informationen

Stellungnahme der DGfE zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung qualitativer Forschungsdaten in der Erziehungswissenschaft

Die Stellungnahme formuliert fachspezifische Grundsätze für den Umgang mit qualitativen Forschungsdaten,
die in erziehungswissenschaftlichen Forschungsprojekten erhoben werden.
Informieren Sie sich bitte hier über die Stellungnahme vom September 2017.

Zum Verlauf der Auseinandersetzung über die Aberkennung des Ernst-Christian-Trapp-Preises von Hartmut von Hentig

Die Entscheidung des DGfE-Vorstands, Hartmut von Hentig aufgrund seines Umgangs mit den Opfern der Odenwaldschule den ihm 1998 verliehenen Ernst-Christian-Trapp-Preis abzuerkennen, hat unter den DGfE-Mitgliedern und in der interessierten Öffentlichkeit eine kontroverse Debatte ausgelöst. Von den Kritiker*innen der Entscheidung wurde dem Vorstand u.a. mangelnde Transparenz vorgeworfen. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand beschlossen, die nachstehende Zeitleiste zu veröffentlichen, in der das Zustandekommen der Entscheidung sowie die Reaktionen darauf fortlaufend dokumentiert werden.

März 1998
Verleihung des Ernst-Christian-Trapp-Preises für „innovative und unkonventionelle wissenschaftliche Leistungen im Fach Erziehungswissenschaft“ an Hartmut von Hentig

Frühjahr 2010
Breite Berichterstattung über die Fälle sexueller Gewalt an der Odenwaldschule und über Gerold Becker als einen der Haupttäter

Mai 2010
Austritt Hartmut von Hentigs aus der DGfE

Mai 2010
Ausschluss Gerold Beckers aus der DGfE durch einstimmigen Vorstandsbeschluss gem. § 5 Abs. 4 der Satzung mit Hinweis auf sein berufsethisches Fehlverhalten und die daraus resultierende öffentliche Beschädigung der DGfE

Mai 2016
Erscheinen des Buchs „Noch immer Mein Leben. Erinnerungen und Kommentare aus den Jahren 2005 bis 2015“ von Hartmut von Hentig im Wamiki-Verlag Berlin

18.7.2016
Brief von „Frostschutz – Die Interessengemeinschaft der Opfer der Odenwaldschule“ an den Vorsitzenden der DGfE, in dem die DGfE aufgefordert wird, Hartmut von Hentig aufgrund seines Umgangs mit den Opfern der Odenwaldschule in seinem Buch „Noch immer Mein Leben“ den ihm 1998 verliehenen Ernst-Christian-Trapp-Preis abzuerkennen

6.9.2016
Auftrag des DGfE-Vorstands an den Ethik-Rat, den Sachverhalt und die Forderung nach Aberkennung des Trapp-Preises zu prüfen und einen Vorschlag zu erarbeiten, wie der Vorstand auf diese Forderung reagieren könnte

15.10.2016
Antwort des Ethik-Rats an den DGfE-Vorstand, in der der Ethik-Rat nach ausführlicher Abwägung zu dem Schluss kommt, es gebe nach dem Ethikkodex der DGfE keine restlos überzeugende Begründung dafür, Hartmut von Hentig auf der Grundlage seines Buches „Noch immer Mein Leben“ den Preis abzuerkennen, den er für seine wissenschaftlichen Leistungen erhalten hat

3./4.11.2016
Sitzung des DGfE-Vorstands: Ausführliche Beratung der Angelegenheit und Vertagung der Entscheidung vor dem Hintergrund der Einschätzung, dass eine vertiefte, über den konkreten Fall hinausgehende fachliche Auseinandersetzung mit dem Themenfeld notwendig erscheint

19./20.1.2017
Sitzung des DGfE-Vorstands: Vertrauliche Anhörung von zwei Expert*innen und erneute Beratung der Angelegenheit; Beschluss, den Preis abzuerkennen (mit einer Stimmenmehrheit von 4:3; zuvor war vereinbart worden, dass alle Vorstandsmitglieder die Mehrheitsentscheidung mittragen)

März 2017
Veröffentlichung der „Stellungnahme des Vorstands der DGfE zur Diskussion um sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten“ (in der der Beschluss zur Preisaberkennung bekannt gegeben wird) auf der DGfE-Homepage (Die Stellungnahme ist außerdem im Juni 2017 in Heft 54 der „Erziehungswissenschaft“ erschienen)

März/April 2017
Eingang zahlreicher teils zustimmender, teils ablehnender Reaktionen auf die Preisaberkennung beim Vorstand bzw. in der DGfE-Geschäftsstelle, darunter u.a. ein Schreiben Hartmut von Hentigs sowie eine von Ludwig Huber und Klaus-Jürgen Tillmann verfasste und von 39 DGfE-Mitgliedern sowie 92 weiteren Personen unterzeichnete „Stellungnahme zum Beschluss des Vorstandes der DGfE, Hartmut von Hentig den Ernst-Christian-Trapp-Preis abzuerkennen“, die den Vorstand zur Überprüfung des Aberkennungsbeschlusses auffordert (diese Stellungnahme ist außerdem im Juni 2017 in Heft 54 der „Erziehungswissenschaft“ erschienen)

27./28.4.2017
Sitzung des DGfE-Vorstands: Überprüfung des Aberkennungsbeschlusses im Lichte der eingegangenen Reaktionen und Erörterung einer Antwort darauf

Juni 2017
Veröffentlichung einer „Stellungnahme des DGfE-Vorstands zu den Reaktionen auf den Beschluss, Hartmut von Hentig den Ernst-Christian-Trapp-Preis abzuerkennen“ auf der Homepage der DGfE

20./21.7.2017
Sitzung des DGfE-Vorstands: Erneute Überprüfung des Aberkennungsbeschlusses und Entscheidung, zur Erhöhung der Transparenz des Verfahrens eine (aktualisierbare) Zeitleiste mit den wichtigsten Ereignissen und Links auf der DGfE-Homepage zu veröffentlichen und auf dem DGfE-Kongress im März 2018 in Essen eine Diskussionsveranstaltung über Pro und Kontra der Preisaberkennung durchzuführen

Einladung zum DGfE-Forschungskolloquium am 13. November 2017

Die DGfE lädt zum 18. Kolloquium »Forschungsberatung« für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ein, die für ein Forschungsvorhaben Drittmittel bei einer Förderinstitution einwerben möchten. Das Kolloquium ist an qualitativ und/oder quantitativ arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland und der Schweiz adressiert, die daran interessiert sind, sich vor der Antragstellung eines Forschungsvorhabens von Expertinnen und Experten beraten zu lassen.
Bitte informieren Sie sich hier über die Ausschreibung und Teilnahmebedingungen.

scholars at risk

Die DGfE unterstützt das Netzwerk scholars at risk. Bitte informieren Sie sich hier: www.scholarsatrisk.org

Pilotgruppe zu DGfE-Ehrenmitgliedern gebildet

Eine Anfrage zu den Aktivitäten eines Ehrenmitglieds der DGfE im Nationalsozialismus hat der DGfE-Vorstand zum Anlass genommen, eine Überprüfung sämtlicher Ehrenmitglieder in Erwägung zu ziehen. Als ersten Schritt zu diesem Ziel wurde eine historisch arbeitende Pilotgruppe unter der Leitung von Prof. Andreas Hoffmann-Ocon eingerichtet, die folgende Aufgaben übernehmen soll:

  • zu ermitteln, wie umfangreich die Überprüfung der bislang 54 Ehrenmitglieder in ihren vielfältigen Verflechtungen ausfallen müsste,
  • zu konzipieren, wie eine solche Untersuchung historisch durchgeführt werden könnte und welche Ressourcen dazu nötig wären,
  • im Sinne exemplarischer "Probebohrungen" in drei oder vier Fällen zu recherchieren, welche Quellen über die betreffende Person vorliegen, und zu überlegen, welche Vorschläge an den DGfE-Vorstand im Blick auf die Ehrenmitgliedschaft möglich wären.

Ein erster Zwischenbericht der Pilotgruppe wurde für März 2018 erbeten. Der Pilotgruppe gehören Prof. Dr. Andreas Hoffmann-Ocon (Zürich), Dr. Britta Behm (Berlin), Prof. Dr. Norbert Grube (Zürich) und Prof. Dr. Anne Rohstock (Tübingen) an.