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AK Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Kontext der Sektion Sonderpädagogik
Der Arbeitskreis „Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Kontext der Sektion Sonderpädagogik der DGfE“ besteht seit September 2025. Er verfolgt das Ziel innerhalb der DGfE Sektion Sonderpädagogik eine systematische und kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Aufarbeitung und dem Umgang mit sexualisierter Gewalt im Kontext von Behinderung zu ermöglichen.
Durch die Aufdeckung zahlreicher Fälle sexualisierter Gewalt – unter anderem in der Odenwaldschule – wurde das Ausmaß sexualisierter Gewalt in pädagogischen Kontexten und auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie der BRD und DDR sichtbar. Zentral erscheinen dabei institutionalisierte Strukturen des Machtmissbrauchs, der Verdeckung und des Schweigens als legitimierende Strukturen. Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM) geht davon aus, dass in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder von sexualisierter Gewalt betroffen sind, wobei Menschen mit Behinderungen über die gesamte Lebensspanne noch einmal signifikant häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als Menschen ohne Behinderungen. Trotz der hohen Prävalenzraten und der Hinweise auf die besondere Betroffenheit im Kontext gesellschaftlicher Marginalisierungen (wie z.B. Erfahrungen der Behinderung) sind aktuell – abgesehen von wenigen Ausnahmen – weder systematische Forschungsaktivitäten zu sexualisierter Gewalt unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Marginalisierungen noch eine verbindliche curriculare Verankerung der Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt in erziehungswissenschaftlichen und lehramtsbezogenen Studiengängen auszumachen.
Die DGfE und einzelne Sektionen setzen sich seit dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle an Internatsschulen und Heimen kontinuierlich – wenngleich mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen – mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und der Frage der Verantwortlichkeit der wissenschaftlichen Fachdisziplin und ihrer Organisation auseinander. In der Sektion Sonderpädagogik erfolgt diese systematische Auseinandersetzung bisher nicht. Dennoch wurden bereits erste Schritte in einem solchen Prozess durch einzelne Sektionsmitglieder gegangen: auf der Sektionstagung 2024 in Dortmund fand eine erste Diskussionsrunde unter Beteiligung von Mitgliedern des Betroffenenrates der UBSKM statt, in deren Folge sich eine Arbeitsgruppe gebildet hat, die u.a. den vorliegenden Antrag formuliert hat.
Ziele des Arbeitskreises:
1. Reflexion der Thematisierung und der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Kontext der Sektion Sonderpädagogik
2. Systematisierung des Forschungsstandes und bereits vorhandener Aufarbeitungsprojekte und Materialien.
3. Implementierung unterschiedlicher Formen von Austauschformaten
4. Sichtbarkeit der Tätigkeiten und Aktivitäten des Arbeitskreises
Mitglieder des Arbeitskreises:
Ann-Kathrin Arndt, Universität Kassel
Ulrike Barth, Alanus Hochule
Angelika Bengel, Humboldt-Universität zu Berlin
Julia Gasterstädt, Universität Münster
Alexandra Pelka, Pädagogische Hochschule Heidelberg
Lea Schäfer, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
Hendrik Trescher, Uni Marburg
Kontakt
Bei Interesse oder Fragen – etwa zu unseren Arbeitstreffen (digital & vor Ort) – wenden Sie sich an: Lea Schäfer, lea.schaefer@ph-gmuend.de
